Aus der WZ vom 9. 3. 2015

Ohne genaue Kosten gibt es keinen Aufzug

ELBERFELD

Das Projekt stockt, gilt als zu teuer. Dabei könnte es laut VRR gefördert werden.


STELLUNGNAHME

VRR In näherer Zukunft ist laut VRR ein Gespräch mit der Stadt Wuppertal geplant. „Erst im Anschluss kann eine erste Einschätzung erfolgen, ob eine Förderung mit finanziellen Mitteln aus dem Fördertopf nach §12 ÖPNV-Gesetz möglich ist“, schreibt die VRR-Pressestelle.


Der Weg vom Hauptbahnhof in die Südstadt ist für Leute, die beispielsweise einen Kinderwagen vor sich her schieben oder Koffer schleppen, beschwerlich. Wer sich nicht über die Treppen mühen will, muss einen Umweg in Kauf nehmen. Barrierefrei? Bislang ein Fremdwort für die Rückseite des Bahnhofs. Doch das Projekt "Aufzug in die Südstadt", für das sich der Bürgerverein seit Jahren einsetzt, stockt.
mühsame Treppe am Bahnhof
Für viele sind die Wege im Bahnhof beschwerlich. Foto: Andreas Fischer

"Dass es den Aufzug irgendwann geben wird, davon gehe ich aus", sagt der Vereinsvorsitzende Ralph Hagemeyer. Sein Optimismus ist längst nicht mehr ungebrochen. Wie die Verwaltung bestätigt, wird es in diesem Jahr keinen Antrag auf Förderung beim VRR geben. Das große Problem: die nicht feststehenden Kosten.

VRR: "Erhebliches Kostenrisiko"

"Nach heutigem Planungsstand birgt ein Antrag zum jetzigen Zeitpunkt auf Basis der bisher vorhandenen Kostengrößen und Rahmenbedingungen/Planungselemente ein erhebliches Kostenrisiko; bei einem solchen Antrag und der Bedeutung der Maßnahme müssen gerade nachträgliche Kostensteigerungen zwingend vermieden werden", heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Zahlen möchte am liebsten niemand nennen. Oberbürgermeister Peter Jung tat es bei der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins in der vergangenen Woche dann doch. Von knapp 1,2 Millionen Euro habe er, so Hagemeyer, vor den anwesenden Mitgliedern gesprochen. Ursprünglich war mal von einer Summe zwischen 200 000 und 300  000 Euro die Rede – was jetzt aber auch niemand in der Verwaltung mehr bestätigen will. Fakt ist: Ohne möglichst genaue Kosten will die Verwaltung den Antrag nicht stellen. Und die Bausumme – ob jetzt 1,2 Millionen oder weniger – sei noch nicht mal das große Problem, erklärt Hagemeyer. "Die Folgekosten für den Unterhalt erschweren die Planung."

Aufzüge werden immer wieder Opfer von Vandalismus. Summen zwischen 10 000 und 60 000 Euro jährlich, seien Hagemeyer schon für die Beseitigung der Schäden genannt worden.

Hagemeyer hofft, dass die Stadt bei der Planung trotzdem vorankommt – und wenigstens den Antrag Anfang 2016 stellt. 90 Prozent der Summe könnte gefördert werden, das bestätigt der VRR. Den Rest will der Bürgerverein aufbringen. Doch selbst bei einem erfolgreichen Antrag steht noch längst nicht fest, wann der Bau beginnen kann. Hagemeyers Wunsch: Zeitgleich mit dem Abschluss des Döppersberg-Umbaus soll auch der Aufzug in die Südstadt fahren.

Mehr Informationen:

Bürgerantrag: Aufzug zur Südstadt im Hauptbahnhof

Antwort des Oberbürgermeisters auf diesen Bürgerantrag

Bericht in der WZ-Wuppertal über den Bürgerantrag

Bittere Glosse über den fehlenden Aufzug (Mitteilungsblatt des Vereins)

Text zum Thema im Mitteilungsblatt

Stellungnahme des Oberbürgermeisters auf der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins 2015

Meinung der SPD-Ratsfraktion zum Bürgerantrag:
http://www.spdrat.de/SpdPress/read/958

Gemeinsamer Antrag von CDU und SPD zum Bürgerantrag:
http://www.cdu-fraktion-wuppertal.de/ratsantraege/index.php?id=136