Bürgerverein Elberfeld Südstadt

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BÜRGERVEREIN

DER ELBERFELDER SÜDSTADT E.V
.

Besichtigung des Bandwirkermuseums

in Wuppertal-Ronsdorf

am Dienstag, 25. April 2017

Ehemalige Bandwirkerschule    heute     Bandwirkermuseum
Bandwirker-Museum Ronsdorf
Foto Frank Vincentz
Lizenz: [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Mit Unterstützung des Ronsdorfer Heimat- und Bürgervereins e.V. (HuB) hatten wir die Möglichkeit den in Ronsdorf bedeutenden Erwerbszweig des Bandwirkens kennenzulernen. Die Besichtigung, die mit einer kleinen Bergischen Kaffeetafel verbunden war, fand bei den Teilnehmer(inne)n viel Anklang. Die Ausstellungsstücke haben teilweise ein Alter von mehreren 100 Jahren, sind aber alle noch funktionstüchtig. Wegen der Vielzahl von Fachbegriffen aus dem Ronsdorfer Weberhandwerk waren die Erklärungen von Walter Abram , der das Museum in technischer Hinsicht betreut, für Laien nicht immer leicht verständlich. Erst eine Prinzipskizze (siehe unten), kann den Band-Webe-Vorgang verständlich machen. 

Prinzip einer webmaschine
Prinzipskizze eines Webstuhls.
Bildautor  MaxxL [CC BY-SA 4.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Bei den historischen Band-Webemaschinen im Museum ist das obige Grundprinzip in vielerlei Hinsicht variiert.
  • Ab dem Jahr 1600 kamen automatisierte Bandwebstühle auf. Sie wurden "Mühlstühle" genannt, weil die Arbeit des Webers von da ab dem Drehen einer Mühle glich. Bei den Mühlstühlen geschah das Heben und Senken der Schäfte und die Bewegung des Schützen durch Getriebe aus Rädern, Treibriemen, Zahnrädern und Hebeln. Der Weber musste den Webstuhl vor Arbeitsbeginn zurichten (alle Fäden richtig einspannen) und danach an einem hölzernen Baum nur noch kurbeln, um die Bänder zu (be)wirken.
  • Ein Band ist nicht breiter als einige Zentimeter. Daher passten viele nebeneinander auf denselben Webstuhl (Fachbegriff mehrere Gänge). Der größte Mühlstuhl im Museum kann 20 Bänder gleichzeitig weben.
  • In Ronsdorf wurden meist Muster und Ornamente in die Bänder gewebt. Dazu muss vor jedem Schuss des Schützen eine andere Konfiguration von Kettfäden nach oben gezogen werden. In den Ronsdorfer Webstühlen waren daher mehrere Schäfte vorhanden, die von der Mechanik im Wechsel nach oben gezogen wurden. Bei den ab 1808 gebräuchlichen Jacquard-Stühlen wurde zu jedem Schuss eine passende Lochkarte wirksam gemacht. Die Mechanik wählte entsprechend den Löchern der aktuellen Lochkarte aus, welche Kettfäden vor dem Schuss nach oben gezogen wurden. Bei einem Muster konnten problemlos 1000 Lochkarten (zusammengebunden zu einem "Kartenspiel") hintereinander abgearbeitet werden.
  • Um die Webgeschwindigkeit zu steigern, kamen ca. ab dem Jahr 1960 Nadel-Webstühle auf. Der Schussfaden wurde die wenigen Zentimeter, die das Band breit war, mit Hakennadeln herüber oder hinübergezogen. Das ging viel schneller als die Bewegung von Schützen, Priemen oder Schetspulen quer durch das Fach der Kettfäden.
Madell Mühlstuhl
Nadelmaschine webt Muster
Funktionsmodell eines Mühlstuhls. Die Kurbelmechanik ist gut sichtbar Nadelwebstuhl webt ein gemustertes Band. Beim Betrieb werden abwechelnd mehr oder weniger rote oder grüne Kettfäden nach oben gezogen. So entsteht das Muster. Der Kettfaden liegt unauffällig im Inneren des Gewebes.

Jacquard Maschine Modell
In der oberen Hälfte des Bildes ist ein funktionell wichtiger Teil einer Jacquard-Maschine zu sehen. Die Haken (Fachausdruck Platinen) ragen über ein Blech (Fachausdruck Messer). Hebt die Mechanik das Messer hoch, werden die Platinen mitgezogen und ebenfalls die durch die Platinen gleitenden Kettfäden. Für jeden Kettfaden gibt es eine eigene Platine. Die nicht durchbohrten Flächen auf der Lochkarte (nicht in diesem Bildausschnitt) werden gegen Federstifte gedrückt und  mehr oder weniger viele Haken werden vom Messer weggedrückt. So hebt das Messer  für den nächsten Schuss nur die für das Muster erforderlichen Platinen und Kettfäden.

Besucher aus dem Bürgerverein
Christel Auer begrüßt die Gäste
Die Gäste aus dem Bürgerverein der Elberfelder Südstadt (teilweise im Bild) wurden von Christel Auer (Vorsitzende des Ronsdorfer Heimat- und Bürgervereins e.V., rechtes Bild) freundlich begrüßt.

Der Nachmittag klang aus mit einem Kaffetrinken im (modernisierten) Stil einer bergischen Kaffetafel. Es gab keine Dröppelminnas, dafür aber Waffeln mit Kirschen und Schlagsahne und alternativ auch Schwarzbrot mit Schinken. Sehr lecker!

Mehr Informationen

Der Arbeitskreis Bandwirkermuseum des Ronsdorfer Bürgervereins zeigt eine Bildergalerie über das und aus dem Museum



Flyer des Museums                            

Lebenslauf von Josua Halbach ( Bandwirker  und Museumsgründer * 1912 - † 2000)
 

Halbachs Beschreibung der Maschinen im Bandwirkermuseum