Bericht von der Jahreshauptversammlung

Am 26. April 2004 trafen sich 36 Mitglieder und 2 Gäste zur Jahreshauptversammlung im Kirchsaal des Reformierten Gemeindestifts. Der Vorsitzende, Herr Thias, begrüßte die Anwesenden, die sich danach zu Ehren der seit dem letzten Treffen verstorbenen 6 Mitglieder von ihren Plätzen erhoben. In seinem Tätigkeitsbericht erwähnte Herr Thias die 11 Vorstandssitzungen und erinnerte an die  Einzelveranstaltungen:


Den Kassenbericht verlas Ottfried Schulze in Vertretung der in Urlaub befindlichen Schatzmeisterin Brigitte Hagemeyer. Die Kassenprüfer lobten die einwandfreie Buchführung und regten die Entlastung der Schatzmeisterin an. Diesem Antrag folgte die Versammlung.
Anschließend wurde der Vorstand entlastet, bei eigener Enthaltung der Betreffenden.

Bei den Wahlgängen waren dieses Mal wieder die Posten der Stellvertreter(innen) zu besetzen. Ralph Hagemeyer wurde in Abwesenheit einstimmig wieder gewählt. Er hatte vor Antritt seines Urlaubs sich schriftlich mit der erneuten Kandidatur einverstanden erklärt. Für den vakanten Posten des zweiten Schriftführers wurde der bisherige Kassenprüfer Hans-Jürgen Vitenius vorgeschlagen und bei einer Gegenstimme gewählt.


Blick auf den Vorstandstisch mit Michael Dickmann, Ottfried Schulze, Hans Joachim Thias, Elmar Schneehorst und Peter Trabitzsch (von links nach rechts).

Als_zweiter Kassierer wurde Ottfried Schulze (bei eigener Enthaltung) einstimmig wieder gewählt. Auch die drei Beisitzer Karl Brandau, Jürgen Schröder und Peter Trabitzsch wurden fast einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

Erstmals zum Kasserprüfer wurde Gerold Geist gewählt. Die Satzung läßt hier nur eine einmalige Wiederwahl zu, deshalb rückte Herr Geist an die Stelle von Herrn Vitenius.

Die Wahlgänge und Abstimmungen erfolgten alle mit großer Mehrheit.

Anträge zur Jahreshauptversammlung lagen nicht vor. Unter dem Punkt “Verschiedenes” folgten Erläuterungen von Schriftführer Michael Dickmann zum Besuch des Burgholztunnels und von Beisitzer Elmar Schneehorst zur Berlinfahrt im Juli. Herr Schröder regte an, ein monatliches Treffen der Vereinsmitglieder zum allgemeinen Gedankenaustausch einzurichten. Hierzu soll ein geeigneter Raum gesucht werden. Näheres dazu dann in einem Rundschreiben.


Nach einer kurzen Pause übergab Herr Thias Wort an den Gastredner Dr. Michael Knieriem, den Leiter des Historischen Zentrums in Barmen. Viele Jahre war das 1983 eröffnete Museum für Frühindustrialisierung auf die Räume in der Kannegießerschen Fabrik hinter dem Engels-Haus beschränkt. In fast drangvoller Enge wurden verschiedene Themenfelder behandelt, zum Beispiel die Zuwanderung seit etwa 1800 in den Wuppertaler Raum, vor allem aus dem Waldecker Land und der oberbergischen Region. Mit dem Gebäude der Reddehascheschen Remise, das über eine gläserne Brücke mit der Fabrik verbunden ist, präsentiert nun das Historische Zentrum seine Dauerausstellung mit vielen weiteren Exponaten. Außerdem wurde im Dachgeschoss ein größerer Vortragsraum eingerichtet. Am 29. Februar 2004 fand die Einweihung statt. Allerdings hat der Ausbau des einst für eine Spedition mit Pferdewagen errichteten Gebäudes eine 14 Jahre lange Vorgeschichte. Es bedurfte erheblicher Anstrengungen, bis die Finanzierung auf mehreren Standbeinen gesichert war.


Gastredner Dr. Michael Knieriem, neben ihm Herr Thias.

In seinem Vortrag erinnerte Dr. Knieriem an die Zeit der industriellen Revolution, die eine grundlegende Ver- änderung der sozialen und wirtschaftlichen Gegeben- heiten bedeutete. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde der Alltag vor allem durch die Form der Arbeit verändert. Mit der Einführung der Dampfmaschine wurde nun Energie systematisch zum Einsatz von Maschinen benutzt. Die Arbeitsabläufe bei der Verarbeitung von Rohstoffen und der Herstellung von Waren verändern und beschleunigen sich. Für die seit Jahrhunderten im Textilgewerbe tätigen Menschen im alten Wuppertal brachten die Jahrzehnte im frühen 19. Jahrhundert einen ungleichen Wettbewerb zwischen traditioneller Handarbeit und der zunächst ungewohnten Handhabung der Maschinen, die kompliziert und nicht selten störanfällig waren. Kinder wurden als billige Arbeitskräfte eingesetzt, um mit ausländischen Firmen konkurrieren zu können. In vielen Arbeiterfamilien herrschte bittere Armut, die die Oberschicht zur Schaffung von Wohlfahrtseinrichtungen veranlasste. Erst im Laufe der Jahrzehnte besserte sich die Lage, als Maßnahmen zum Schutz der Kinder und der sozialen Verhältnisse verankert wurden.

Die Lebensverhältnisse vom späten 18. Jahrhundert bis etwa 1850 bis werden in den Räumen des Historischen Zentrums unter verschiedenen Aspekten veranschaulicht, so an den Maschinen zur Textilbearbeitung von der Spinnerei bis zum fertigen Gewebe, an den Arbeitsbedingungen der Menschen, die oft in Heimarbeit webten, an der Entwicklung von Handel und Verkehr sowie an der Wechselbeziehung von Religion und Arbeitswelt.

Übrigens ist unser Bürgerverein kürzlich Mitglied im Förderverein des Historischen Zentrums geworden. Deshalb wollen wir in absehbarer Zeit auch eine Führung durch dieses interessante Museum anbieten.