Jahreshauptversammlung 2005

Am 26. April 2005 traf sich der Bürgerverein zur Jahreshauptversammlung im Kirchsaal des Reformierten Gemeindestifts. Zu Beginn der Sitzung erhoben sich alle Anwesenden von ihren Plätzen und ehrten die seit der letzten JHV verstorbenen Mitglieder mit einer Schweigeminute.

Umfangreicher
Rechenschaftsbericht

In seinem Rechenschaftsbericht erinnerte Hans J. Thias u. a. an die Veranstaltungen der vergangenen Monate, in denen der Bürgerverein zum Beispiel vier Ausstellungen im Von der Heydt-Museum und zwei Theateraufführungen besuchte. Großen Zuspruch fand eine mehrtägige Reise nach Berlin. Auf reges Interesse stieß auch der Gesprächsabend mit den beiden Spitzenbewerbern um das Amt des Oberbürgermeisters, Peter Jung und Dr. Hans Kremendahl. Außerdem erlebten wir wieder eine Führung durch das Gelände der Station Natur und Umwelt. Über alle diese Unternehmungen haben wir in dem Mitteilungsblatt ausführlich berichtet. Und dann sind da noch das alljährliche Martinsgansessen und die monatlichen Vorstandssitzungen zu nennen. Und schließlich erwähnte der Vorsitzende auch den Internetauftritt des Bürgervereins, gestaltet von Gerold Geist.

Schatzmeisterin Brigitte Hagemeyer verlas den Kassenbericht, der wieder mit einem positiven Ergebnis abschloss. Gutes hatte auch der von Gerold Geist vorgetragene Bericht der Kassenprüfer zu vermelden: die Durchsicht der Unterlagen ergab keinerlei Grund zur Beanstandung.

Vorstandswahlen

Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstands, bei eigener Enthaltung der Vorstandsmitglieder, fanden die Wahlen zum Vorstand statt. Der Bürgerverein wählt alljährlich auf seiner ordentlichen Mitgliederversammlung satzungsgemäß die Hälfte seiner Vorstandsmitglieder. In den ungeraden Jahren stehen jeweils die Ämter der "ersten Reihe" sowie drei Beisitzer zur Wahl, in den geradzahligen Jahren wird die "Riege" der Stellvertreter und der restlichen Beisitzer gewählt.

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Nach der Vorstandswahl: Michael Dickmann,Hans Joachim Thias, Karin Ernst, Elmar Schneehorst und Brigitte Hagemeyer

Für die in diesem Jahr erforderlichen Wahlgänge wurden jeweils die bisherigen Amtsinhaber zur Wiederwahl vorgeschlagen. Alle Wahlen fanden in offener Abstimmung statt.

So wurde Hans Joachim Thias, seit 12 Jahren erster Vorsitzender, in seinem Amt bestätigt. Auch Schriftführer Michael Dickmann (bei einer Gegenstimme) und Schatzmeisterin Brigitte Hagemeyer wurden für weitere zwei Jahre wiedergewählt. Außerdem wurden als Beisitzerinnen Eva-Maria Buggert (in Abwesenheit) und Karin Ernst sowie ihr Kollege Elmar Schneehorst erneut gewählt.

Anträge lagen zur Jahreshauptversammlung nicht vor. So konnte der "amtliche" Teil der Mitgliederversammlung mit ein paar Hinweisen auf die nächsten Veranstaltungen zügig beendet werden.

Gastvortrag:
“Lokal-und Regionalfernsehen für
Wuppertal und das Bergische Land".

Nach der Pause mit einem kleinen Imbiss begrüßte Herr Thias als Gastredner Herrn Hölzer vom Westdeutschen Rundfunk. Wilhelm Hölzer ist Redakteur beim in Wuppertal ansässigen Studio Bergisch Land des WDR. Er stellte seinen Vortrag unter das Thema "Lokal-und Regionalfernsehen für Wuppertal und das Bergische Land".

Seit 1996 strahlt der WDR regionale Fernsehsendungen aus Wuppertal unter dem Titel "Lokalzeit" aus, während der Sender im Hörfunk schon seit über dreißig Jahren aus unserer Stadt sendet. Leiter des Hörfunkstudios war lange Jahre Hajo Jahn (inzwischen im Ruhestand). Im Radioprogramm von WDR 5 gab es seit 1. Dezember 1987 von Montag bis Freitag eine jeweils dreistündige Sendung "Radio Bergisch Land" zwischen 6 und 9 Uhr. Sie kam aus dem Studio Wuppertal, das sich damals am Dr.-Tigges-Weg auf dem Nützenberg befand. Heute werden Nachrichten aus dem Bergischen Land jeweils zur halben Stunde im Radioprogramm WDR 2 gesendet, vom frühen Morgen bis zum frühen Abend. Das bergische "Fenster" des WDR-Fernsehens sendete seit dem 15. April 1996 zunächst je drei Sendungen von Montag bis Freitag (um 18.00 Uhr, 19.25 Uhr und 21.45 Uhr). Die erste Leiterin des neuen Studios war Gabi Ludwig, inzwischen ist sie stellvertretende Chefredakteurin des WDR-Fernsehens im Bereich Landesprogramme.

Vor ein paar Jahren gab es eine Angebotsumstellung: nun wird die "Lokalzeit Bergisches Land" an allen Werktagen ab 19.30 Uhr eine halbe Stunde lang ausgestrahlt, ergänzt um einen 5-Minuten-Nachrichtenblock am frühen Abend, der allerdings samstags entfällt. Entsprechende Programme werden zeitgleich in acht weiteren Sendegebieten von Aachen bis Bielefeld verbreitet. Dies geschieht auch bei besonderen Anlässen, etwa bei Kommunal- und Landtagswahlen. Heute erreichen die abendlichen Regionalprogramme des WDR einen Marktanteil von etwa 20 % bei den Fernsehzuschauern.

Das gläserne Studio
in Wuppertal

Das Wuppertaler Studio steht in der Rathaus-Galerie. Wenn man in die Passage von der Ecke Klotzbahn/Wilhelmstraße hineingeht, kann man in das "gläserne Studio" hereinblicken. Die "Lokalzeit"-Sendungen sind im Grunde Regionalprogramme, da sich ihr Einzugsgebiet jeweils auf eine Region erstreckt. So umfasst das vom Studio Wuppertal betreute Sendegebiet die kreisfreien Großstädte Wuppertal, Solingen, Remscheid und Leverkusen. Hinzu kommen die Kreise Mettmann, der Rheinisch-Bergische Kreis und der Oberbergische Kreis.

In seinem Vortrag erinnerte Herr Hölzer an die Anfänge des Kabelfernsehens, als die Programme nicht nur drahtlos zur Dachantenne hin, sondern auch per Kupferkoaxialkabel sowie über neuartige Glasfaserkabel verbreitet werden konnten. Diese neuen Techniken ermöglichten es nun - dank der erweiterten Übertragungskapazitäten - viel mehr Programme zu verbreiten, als dies bei terrestrischer Ausstrahlung von hohen Sendemasten aus möglich wäre. Um Erfahrungen mit der neuen Programmvielfalt, speziellen Programmangeboten für Zielgruppen, ihre Auswirkungen auf die Zuschauer usw. zu sammeln, richtete man ab Anfang 1984 schrittweise in der damaligen Bundesrepublik vier Kabelpilotprojekte ein. So konnten sich in Ludwigshafen, München, Dortmund und West-Berlin jeweils mehrere zehntausend Haushalte ans Kabelnetz anschließen lassen, um während der drei Jahre langen Testdauer ein dutzend oder mehr Fernsehprogramme und zahlreiche Hörfunkprogramme zu beziehen.

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Lokales Fernsehen im engeren Sinne betreibt der WDR bisher nur in zwei Städten: in Dortmund und Köln wird montags bis freitags von 17.45 Uhr bis 18.05 Uhr unter dem Titel "WDR-punkt" je ein örtliches Informationsprogramm gesendet, das nur im Nahbereich verbreitet wird.

Wilhelm Hölzer würzte seine anregenden Ausführungen mit manchen Anekdoten und Details. Der Reiz der Berichterstattung aus dem Bergischen Land liege in der Nähe zum Geschehen und den Menschen, bekannte er.

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Wilhelm Hölzer und Hans J. Thias

In der anschließenden Diskussion wurden auch kritische Fragen aus dem Publikum vorgetragen. Warum werden zum Beispiel manche Filmbeiträge sowohl in der "Aktuellen Stunde" als auch in der direkt anschließenden "Lokalzeit" gesendet? Hölzer verwies auf die Erfahrungen des WDR, wonach viele Zuschauer nur eine der beiden Sendungen sehen. Außerdem würden manche aktuellen Beiträge kurzfristig in beide Sendungen eingebaut. Auf eine Frage nach der politischen Neutralität des WDR unterstrich Hölzer, dass alle politischen Kräfte angemessen zu Wort kommen müssten, abgesehen von extremistischen Positionen, in denen etwa Ausländerfeindlichkeit befürwortet werde. Auch die Frage des Wettbewerbs zwischen dem WDR-Regionalprogramm mit anderen Medien, u.a. Printmedien (Zeitungen usw.) wurde angesprochen. Dazu bemerkte der Referent, die Beiträge des Fernsehens müssten die Fakten enthalten, aber auch die unterschiedlichen Meinungen der Öffentlichkeit wiedergeben: "Beiträge enthalten aber auch emotionale Elemente. Eine völlige Neutralität entspricht nicht den Zuschauererwartungen." In seinem Vortrag hatte Hölzer bereits die öffentlich-rechtliche Struktur des WDR erläutert, dessen Tätigkeit vom Rundfunkrat kontrolliert wird. In diesem Gremium sind per Gesetz die gesellschaftlich relevanten Gruppen vertreten.

Als alle Fragen beantwortet waren, bedankte sich Herr Thias bei Herrn Hölzer für die interessanten Ausführungen und bei den Zuhörern für die Beteiligung an der Aussprache.