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Jahreshauptversammlung 2012


Zahlreiche Mitglieder des Bürgervereins kamen am 5. März zur JHV ins Reformierte Gemeindestift. Vorsitzender Ralph Hagemeyer leitete die Versammlung im Wilhelmine-Becker-Saal und begrüßte die Mitglieder und einige Gäste. Nach gutem Brauch trug Herr Hagemeyer zunächst die Namen der seit der letzten JHV verstorbenen Mitglieder vor, zu deren Andenken sich die Anwesenden von ihren Plätzen erhoben. Danach wurden auch die Namen der neu beigetretenen Mitglieder verlesen.

Wie üblich konnte auf die Verlesung des Protokolls der letzten Jahreshauptversammlung verzichtet werden, da niemand dies beantragte. In seinem Rechenschaftsbericht rief Herr Hagemeyer wieder wichtige Veranstaltungen und Aktivitäten des Bürgervereins in Erinnerung. Dazu zählte ein Besuch im Landtag in Düsseldorf, zu denen uns der Abgeordnete Josef Neumann eingeladen hatte. Und dann waren die Einweihung von Spielgeräten am Uellenbergplatz und des Fitness-Parcours im Freudenberger Wald zu nennen, die durch Spenden der Barmenia-Versicherung ermöglicht wurden. Der Bürgerverein unterstützte seinerseits mit Spenden eine Stolpersteinverlegung in der Augustastraße, die Sammlung zur Restaurierung des Turms der Christuskirche und ein Radrennen im Unibereich. Die Sommerreise des Bürgervereins hatte Brüssel zum Ziel, zwei Halbtagsausflüge führten nach Bonn bzw. Münster. Auch zwei Museumsbesuche am Turmhof fanden interessierten Zuspruch, ebenso die Besichtigung der Barmenia-Gebäude an der Kronprinzenallee. Einige Mitglieder des Bürgervereins konnten an einer politischen Bildungsreise nach Berlin teilnehmen, zu der der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete Manfred Zöllmer eingeladen hatte. Und schließlich muss auch das beliebte Martinsgans-Essen erwähnt werden.

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Die Plätze im Saal des Reformierten Gemeindestifts.....
...waren gut gefüllt.


Herr Hagemeyer dankte anschließend Herrn Brandau für seine langjährige Tätigkeit als Theater- und Museumsreferent sowie dem bisherigen Reiseleiter Herrn Schneehorst und überreichte den Ehepaaren Brandau und Schneehorst je einen Blumenstrauß. Beide Beisitzer haben ihre „Ressorts" nun an jüngere Kolleg(inn)en weitergegeben. Schatzmeisterin Brigitte Hagemeyer trug wieder den Kassenbericht vor, dem anschließend Kassenprüfer Wolf-Dieter Heicke vollen Respekt gewährte, da alle Ein- und Ausgaben richtig und übersichtlich verbucht wurden. So stand der Entlastung der Schatzmeisterin und dann des gesamten Vorstandes nichts im Wege. Bei den Wahlen zum Vorstand stellten sich Jürgen Schröder (stellvertretender Vorsitzender), Frau Hagemeyer (Schatzmeisterin) und Michael Dickmann (Schriftführer) zur Wiederwahl. Es gab keine Gegenkandidaturen. Alle drei wurden einstimmig, bei eigener Enthaltung, wiedergewählt. Auch Peter Trabitzsch (Beisitzer) und Gabriele Mahnert (Beisitzerin) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Der bisherige Beisitzer Karl Brandau kandidierte nicht für eine Wiederwahl. So wurde nun Dagmar Pärsch zur neuen Beisitzerin gewählt. Die übrigen Vorstandsposten stehen erst 2013 zur Wahl, da unsere Satzung jeweils eine zweijährige Amtsperiode vorsieht. Als Kassenprüfer wurde Herr Heicke wiedergewählt. Da keine Anträge vorlagen, konnte alsbald der Tagesordnungspunkt „Verschiedenes" aufgerufen werden. Ruth Pfeiffer berichtete, dass der Gedenkstein zur tausendjährigen Zugehörigkeit der Rheinlande zum deutschen Reich (1925 im Freudenberger Wald eingeweiht) ziemlich zugewachsen ist, er müsste mal wieder freigeschnitten werden. Der Bürgerverein wird die Anregung an die Stadtverwaltung weitergeben. - Herr Quaas bat um weitere Anmeldungen für die Sommerreise, um eine ausreichende Teilnehmerzahl zu erreichen.

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Dr. Hans-Jochen Luhmann hielt einen interessanten Vortrag

Den zweiten Teil des Abends gestaltete unser Mitglied Dr. Hans-Jochen Luhmann mit einem Vortrag zum Thema „Das Wuppertal Institut, der Klimawandel und die Südstadt". Der Referent ist Mitarbeiter des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie GmbH.  1991 wurde das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie im Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen gegründet, im Jahr vor der UNO-Gipfelkonferenz für Klima und Entwicklung, die im Juni 1992 in Rio de Janeiro tagte und über die brennendsten Umweltprobleme beriet, aber noch keine Lösungen fand. Man erkannte, dass der Klimawandel von menschlichem Handeln vielfältiger Art verursacht wird.

Das Wuppertal Institut hat etwa 70 - 80 Mitarbeiter (auf Vollzeitstellen umgerechnet). Das in der Rechtsform einer GmbH eingerichtete Institut hat einen Jahresumsatz von etwa 12 Mio. Euro, darin ist ein Zuschuss des Landes NRW in Höhe von rund 3 Mio. Euro enthalten. Das Wuppertal Institut berät auf europäischer, auf Bundes- und auf Landesebene. Etwa 40 % der Aufträge kommen aus dem Bereich der Wirtschaft. Es ist bestrebt, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Sein Hauptsitz ist beim Hauptbahnhof am Döppersberg, ein Tochterunternehmen ist im Gebäude der Huppertsbergfabrik auf dem Engelnberg angesiedelt.

Dürer-Haus
In diesesm "Dürer-Haus" ist das Wuppertal Institut untergebracht. Der Name  erinnert an die ehemalige Nutzung des Gebäudes als "Dürer-Schule".
Fotoquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wuppertal_Doppersberg_0001.jpg
Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en


Im zweiten Teil seiner Ausführungen befasste sich Herr Luhmann mit dem Klimawandel, der von Menschenhand gemacht ist und ein Kind der industriellen Revolution ist. Vor rund 200 Jahren begann in Europa die Nutzung fossiler Energien (Kohle, Öl und Gas) für die Industrialisierung, die sich inzwischen zu einem weltweiten Prozess ausbreitete. Die fossilen Energien sind begrenzte Bodenschätze, die nicht unendlich verfügbar sind. Sie entstanden Vorjahrmillionen durch die Einwirkung von Sonnenenergie. Die Weltbevölkerung verbraucht heute in nur einem Jahr soviel an fossilen Energien, wie in 1 Million Jahren Erdgeschichte entstanden ist. Durch die Verbrennung von Kohlenstoff entsteht das Abfallprodukt Kohlendioxid. Dieses sammelt sich in der Atmosphäre an und führt zu einem Anstieg der Temperatur in der unteren Erdatmosphäre - also zu einem von uns Menschen gemachten Klimawandel.

Im dritten Teil seines Vortrags widmete sich der Referent Fragen des Klimawandels im Hinblick auf Wuppertal und die Südstadt. Vor zwei Jahren gab es in unserer Stadt im Hochsommer plötzlichen Starkregen, der auf der Talsohle zu einer Überlastung von Regenwasserkanälen und zu Überflutungen von Straßen führte. Die Wuppertaler Stadtwerke und der Wupperverband arbeiten an Konzepten, um in Extremfällen sehr große Oberflächenwassermengen geordnet ableiten zu können, wenngleich solche Situationen sehr selten vorkommen. Durch die zum Teil sehr steile Topographie können aber große Schäden auftreten. Auch Wälder werden vom Klimawandel beeinflusst. Gesunde Wälder können viel Regenwasser speichern und es wieder allmählich abgeben, während Starkregen auf großenteils versiegelten Flächen vom Boden nicht aufgenommen werden kann.

Abschließend äußerte Herr Luhmann die Hoffnung, dass man auf unteren staatlichen Ebenen Lösungen zur Bewältigung des Klimawandels erreicht und diese auch auf internationaler Ebene verbreitet werden. Aus dem Publikum wurden einige Fragen gestellt, die zum Beispiel das Problem der wachsenden Weltbevölkerung und der zunehmenden Ansprüche an die Lebenshaltung ansprachen. Im Hinblick auf die Ernährung, den Flächenverbrauch und Raubbau an der Natur gibt es viele, bisher ungelöste Problemfelder. Kann der Klimawandel und die damit verbundene allgemeine Erderwärmung gestoppt werden? Derzeit kann zum Beispiel der Verbrennungsmotor bei Automobilen noch nicht in großem Umfang von Elektromotoren ersetzt werden, weil mit dem Einsatz von Batterien für den Antrieb neue Probleme entstehen. Es gibt also noch viel zu tun!

Abschließend dankte Herr Hagemeyer dem Referenten und den Zuhörern für die angeregte Diskussion.

Mehr Informationen:

Webseite des Wuppertal Institutes:
http://www.wupperinst.org/

Frühere Berichte über die Jahreshaptversammlungen des Bürgervereins:
Jahreshauptversammlung 2009
Jahreshauptversammlung 2008
Jahreshauptversammlung 2007
Jahreshauptversammlung 2006
Jahreshauptversammlung 2005
Jahreshauptversammlung 2004