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Wie entwickelt sich die Südstadt in Zukunft ?


Zu diesem Thema lud der Arbeitskreis SGK die Kommunalen in NRW zu einer Auftaktveranstaltung ein. Andreas Mucke, der neue Oberbürgermeister der SPD moderierte mit viel Sachverstand, war er doch Geschäftsführer der (WQG) die Veranstaltung. Angeregt hatten den Termin zwei junge Stadtverordnete, Dilek Engin und Maren Butz, die ihre Wahlbezirke in der Südstadt und Elberfeld haben. Thomas Kring, Stadtverordneter für die Nordstadt und als Gast Frank Meyer, Dezernent für Stadtentwicklung vervollständigten das Podium.

Ulf Klebert, Geschäftsführer der SGK, gab einen kurzen historischen Rückblick und Zustandsbericht zur Elberfelder Südstadt als Einführung ins Thema. Per 31.12.2014 sind die Eckdaten wie folgt:

qkm
Bevölkerung
weiblich
männlich
Ausländer
Ausländeranteil Bevölkerungsdichte
SV Beschäftigte
7,43
27737
14354
13383
4660
16,8 %
3733/qkm
9000
Anmerkung:
Der Elberfelder Süden umfasst die Gebiete Südstadt, Grifflenberg und Friedrichsberg


Geschichtlich wird 1550 erstmals die Hofschaft vorm Holz, heute Restaurant Pinocchio, erwähnt. Die Stadtkarte von 1906 zeigt bereits eine intensive Bebauung, die aber am 25.6.1943 beim Bombenangriff auf Elberfeld erheblich bis vollständig zerstört wird. Der Wunderaufbau der 50er Jahre ist geprägt vom pragmatischen Wunsch schnell Wohnraum neu zu schaffen. Es werden insbesondere viele Beamtenwohnungen sowohl städtisch als auch seitens der Eisenbahndirektion und der Deutschen Post erstellt, um den Mitarbeitern/innen und ihren Familien nah gelegene Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Ein weiterer wesentlicher Einschnitt ist der Bau des Südrings vor ca. 50 Jahren, der Stadtteil wird zur Elberfelder City hin klar abgegrenzt. Herr Mucke konstatiert "es wird zu wenig von der Südstadt geredet, aber die Gebäude kommen in die Jahre, Ladenlokale stehen leer, die Bausubstanz ist oft schlecht und es fehlt ihnen der Charakter, den die nicht zerstörten Gründerzeithäuser z.B. der Nordstadt vorzuweisen haben". Herr Meyer führt aus, dass die Südstadt ein gut durchschnittlich funktionierender Stadtteil von Wuppertal ist, so auch noch lange nicht im Fokus der Stadt stehen wird, weil es viel problematischere Stadtteilentwicklungen gibt, die Vorrang haben. Aber auch er sieht durchaus Handlungspotenzial auf Grund der schlechten Bauqualität und Wohnungen, die im Grundriss und auf der energietechnischen Seite den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen. Die Verlärmung der Ränder der Südstadt durch den Ring sowie der fehlende Mittelpunkt des Stadtteils führt zu einer isolierten, abgeschnittenen Lage.

Stadthalle
Schwimmoper
Historische Stadthalle
Foto: Alf Lechner (Lizenz CC BY 2.5)
Blick aus der Schwimmoper
Lizenz: CC BY-SA 3.0

Dies wiederum bringt die engagierten Südstädter, auch Herrn Mucke, auf den Plan: Die Südstadt ist ein toller Standort mit der fußläufigen Stadtnähe, einer hervorragenden ÖPNV Anbindung, mit einer guten Nahversorgung, der Stadthalle und der Schwimmoper als besondere Highlights, mit einem hohen Anteil an Grünflächen und Naherholungsgebieten, einer geringen Fahrzeugdichte und somit einer relativ entspannten Parksituation (es sei denn, in der Stadthalle ist eine große Veranstaltung).

Ganz wesentlich ist die Südstadt Heimat der Bergischen Universität, und somit auch vieler junger Leute, die die hohe Altersstruktur der Südstädter wieder relativieren (aber leider auch oftmals Pendler sind, also hier nicht wohnen). Also, die Ausgangslage der Südstadt ist nicht schlecht, es ist ein ganz beliebter Wohnbezirk von Wuppertal, dennoch, je früher man über die Quartierentwicklung nachdenkt, desto besser!

Hier sind wir Südstädter alle gefragt, welche Impulse würden Sie gerne in unserem Stadtteil verwirklicht sehen? Wo sehen Sie Ansatzpunkte die Lebensqualität vielleicht zu verbessern oder interessanter zu gestalten?

...

Die Post am Kleeblatt
Bildquelle: Atamari
Lizenz: ShareAlike 2.5.

Der Kauf des Postgeländes durch den Bauunternehmer Clees, der hier möglicherweise Parkflächen für ein FOC-Center in der Eisenbahndirektion schaffen will, ist sichtlich ein interessanter Ansatz, die Wege aus der Südstadt in die City besser zu gestalten. Das Thema unseres Bürgervereins, den Aufzug von der Distelbeck in den neuen Hauptbahnhof zu initiieren, ist ein weiterer wesentlicher Baustein. Es gilt die Hauseigentümer zu erreichen, die Interesse haben in die Zukunft zu planen. So schlug ein Besucher mutig vor, alte, schlechte Bausubstanz abzureißen und ganz schöne Stadthäuser zu bauen. Alle waren sich einig, die würden weggehen wie warme Semmel.

Braucht man einen Quartiermanager um Impulse zu setzen, Hauseigentümer an den Tisch zu bringen und Förderprogramme von Bund und Ländern ausfindig zu machen? Wie kommen wir wieder an Orje’s Kneipe oder den Jazz-Club Aderstraße, um nicht nur unseren Studenten den Stadtteil attraktiv zu machen? Und last but not least, die Vision der Seilbahn von der City auf die Unihöhen erscheint für die Südstadtentwicklung eine ganz große Chance zu sein. Die Pläne dazu sind schon gut ausgearbeitet, es sind aber noch Unwegbarkeiten abzuklären, ob man auch tatsächlich eine Baugenehmigung erhalten könnte, ganz abgesehen von der Finanzierung. Es gibt also viel zu tun, aber wenn wir für unsere Kinder und Enkelkinder die Südstadt attraktiv halten möchten, sollten wir jetzt beginnen. Es wird weitere Veranstaltungen zur Südstandentwicklung geben, seien Sie mit uns dabei oder geben Sie uns Ihre Gedanken und Anregungen weiter, steter Tropfen höhlt den Stein.
Sigrid Born
Mehr Informationen:

Mehr Texte zur Südstadtentwicklung:

Eine Seilbahn über die Südstadt

Döppersberg

Aufzug vom Hauptbahnhof in die Südstadt

Kölner Straße

Hans-Joachim-Thias-Weg

Willi Ahrem Treppe

Fitnessparcours im Freudenberger Wäldchen

Station Natur und Umwelt

Neubau an der Ohligsmühle

40 Jahre Universität Wuppertal

Oberbürgermeister diskutierten (Jahr 2004)