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Jahreshauptversammlung 2016

Bei unserer Jahreshauptversammlung war dieses Jahr einiges an Bewegung zu verzeichnen. Mag ja auch bei Themen wie Aufzug und Seilbahn das Auf und Ab schon in der Natur der Sache liegen: Bewegte Gemüter im übertragenen Sinn prägten den Eindruck am 1. März 2016 doch stärker als noch im Vorjahr. Bis hin zum Urteil einiger Mitglieder, die nachher davon sprachen, der Abend sei mindestens "munter" gewesen. Gewohnt war die Diskussionsfreude im Saal der "Station Natur und Umwelt" jedenfalls nicht jeder.

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Als Referenten hatte unser Verein den neuen Oberbürgermeister Andreas Mucke gewinnen können, der sich zu Themen mit Südstadtbezug äußerte und dabei auch unser Aufzugsprojekt sachlich darstellte. Schon 2015 hatte beides freilich zum Programm des damaligen Gastredners gehört, also von Muckes Vorgänger Peter Jung (der seltene Fall zweier OBs im Verlauf eines Jahres). Doch erst heute (was nicht am Gast lag) geriet besonders die mögliche Seilbahn zur Uni zum gefühlten Dreh- und Angelpunkt: Haben sich doch seitdem rührige Initiativen pro und contra gebildet; die Debatte war inzwischen voll in Fahrt - und so denn auch heute an der Jägerhofstraße.

ln Herrn Hagemeyers Jahresbericht kamen indes die Aktivitäten des Vereins in ihrer Vielfalt quer durchs Jahr zur Sprache. Dabei benannte der Vorsitzende zwei Erfolge rund um die Pflege von Kulturgütern: Der Gedenkstein am Freudenberg ist auf Betreiben des Vorstands nun in die städtische Denkmalliste eingetragen, was für seine Instandsetzung von großer Bedeutung ist. Gerade Anfang März liefen zudem Arbeiten am historischen Brunnen an der Kölner Straße - Ergebnis weiterer Korrespondenzen und Ortstermine. Die Seilbahn war hier ein Punkt unter einigen: Herr Hagemeyer stellte fest, dass es im Verein dazu neben positiven Stimmen auch Mitglieder gebe, die sich persönlich betroffen fühlten.

Nicht zu vergessen indes im Programm des Abends: Die Finanzen, ohne die vieles an Aktivitäten gar nicht erst möglich wäre. Als Schatzmeisterin konnte Frau Hagemeyer dieses Jahr einen stattlichen Überschuss vermelden. An Ausgaben benannte sie Beitragszahlungen an Vereine, dazu Portokosten: "Wir sind bemüht, sie gering zu halten." Eine Umsicht, die der Prüfbericht nur bestätigen konnte - Kassenprüfer Volberg lobte: "Da wird jede Mark dreimal umgedreht." Aufwärts wies demnach auch die Entwicklung der Mitgliederzahl: Nach 220 Personen im März 2015 zählt unser Verein ein Jahr darauf nun 237 Mitglieder.

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Auf ganz unterschiedliche Themen ging dann ebenso Andreas Mucke in seinem Vortrag ein, darunter unser favorisierter Aufzug vom Hauptbahnhof zur Südstadt. Dazu hörten die Mitglieder einen konkreten Vorschlag. Laut OB wäre es sinnvoll, an der Universität den Aufwand abschätzen zu lassen: "Was geht? Wie geht es? Wie viel kostet es?" Auf dieser Basis könne man dann auf Mittelsuche gehen.

Wenig Überraschendes hatte das Stadtoberhaupt zum Döppersberg zu vermelden: Beim Umbau liege man gut in der Zeit und bewege sich im Kostenplan. Die Sperrung der B7 sei richtig gewesen, und: "Nächsten Sommer machen wir sie wieder auf.? Eine Absage indes gab es für den vehement vertretenen Wunsch nach Rundbogenfenstern im neuen Bahnhofsgebäude: "Dazu ist es zu spät." Auch wer den neuen OB noch nicht kannte, erlebte mit Mucke einen Redner vom Typ "dynamischer Macher". Das schloss markante Ankündigungen ein wie zur "Oualitätsoffensive Innenstadt" im Kontext des künftigen Outlet-Centers, ebenso lockere Kommentare wie den zur Vorläufigkeit der Seilbahnpläne: "Gespielt wird auf dem Platz.? Gemeint war damit ein fundiertes Vorgehen nach dem Motto: Erst Fakten abwarten, dann entscheiden.

Diese Devise mochte denn als Gemeinsamkeit auffallen zwischen unserem Aufzugsprojekt (mit der heute vorgeschlagenen Aufwandsberechnung) und andererseits dem Großvorhaben Seilbahn. Wobei anwesende Seilbahngegner ihre Skepsis erkennen ließen, wie ergebnisoffen angesichts mancher Konkretisierungen da denn die Planungen noch seien: Die Stadtwerke hätten längst Festlegungen vorgenommen und verkündet, merkte ein Mitglied an - zu Parkplätzen etwa oder auch zu Streichungen im Busverkehr. Auch zu Sinn und Zweck der Idee überhaupt waren weiter grundsätzliche Zweifel zu hören, verbunden mit der Bitte, doch einmal Nutzerzahlen zu veröffentlichen - schließlich werde ja gern mit dem Fahrgestaufkommen argumentiert. Am Misstrauen aus dieser Richtung konnten auch Andreas Muckes wiederholte Versicherungen zum Dialog "auf Augenhöhe" nichts ändern, ebenso wenig wie das oberbürgermeisterliche Lob zum Stil der Kritiker ("Das gefällt mir"). Die Wortführer blieben skeptisch, ob tatsächlich keine Tendenz pro Seilbahn bestehe.

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Was die Haltungen dazu in unserem Verein betraf, so konnte Herr Hagemeyer da allerdings auf seine Eindrücke nach Gesprächen mit Mitgliedern verweisen - es war Uneinigkeit Iaut geworden, ob er im Jahresbericht denn nun von Bedenken bei "einigen" oder doch vielmehr bei "anderen" Mitgliedern gesprochen habe. Bei soviel Einsatz behalf sich mancher im Saal spontan mit Ironie: "Vielleicht sollte man in die Seilbahn Rundbögenfenster einbauen?, wurde in den Reihen gescherzt.

Was schließlich die übrige Tagesordnung betraf, so fehlte es dieses Jahr auch hier nicht an Einwänden: Die Wahlen zu den Vorstandsposten erfolgten diesmal einzeln statt "en bloc" wie vorgeschlagen ? ein Mitglied hatte darauf bestanden. Zwar zum Erstaunen einiger Anwesender, die das schnellere Verfahren kannten und gebilligt hätten, aber mit gutem Recht. Und nebenbei mit dem Effekt, dass in der Gesamtschau immerhin dieser Teil der Regularien etwas mehr Gewicht gegenüber den Brennpunkten des Abends fand.

Text: Martin Hagemeyer,
Fotos: Johannes Schlottner

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