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Erweiterung der City-Arkaden?

Seit die ECE Projektmanagementgesellschaft, Tochter des Otto-Konzerns, vor inzwischen bald 2 Jahrzehnten die City-Arkaden baute, hat es in der Elberfelder Innenstadt erhebliche Veränderungen gegeben. In den Fußgängerbereichen ist die Belegung der Geschäftslokale zurückgegangen. In diese leeren Geschäftsräume ziehen oft nur Filialen von Billigketten ein. Die Ladenlokale der City-Arkaden in der jetzigen Form sind dagegen fast vollzählig ständig belegt, der Bau hat sich für die Investoren sicherlich gut rentiert. Nun möchte die ECE erweitern, nämlich nach Möglichkeit sollen das Hauptpostgebäude am Platz am Kolk und die dazwischen liegenden Gebäude am Kipdorf hinzu kommen. Das Kipdorf soll nach deren Vorstellung gar überbaut werden, und zwar nicht nur durch eine geschlossene Uberbrückung wie auf der Morianstraße, sondern durchgängig ab dem Erdboden. Die Straße Kipdorf würde dann Sackgasse und nicht mehr zum Hofkamp und Neuenteich befahrbar sein.
Da auch die Südstädter in der Elberfelder Innenstadt einkaufen, kann es uns nicht gleichgültig sein, ob dieses Projekt verwirklicht wird oder nicht. Wir wollen als Bürgerverein natürlich nicht parteiisch politisieren.

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Für eine Erweiterung der City-Arkaden könnte sprechen, dass die zusätzlichen Geschäftslokale Angebote bringen, die es bisher in Wuppertal nicht gab. Die Konkurrenz mit den zusätzlichen Läden bei teilweise gleichen Angeboten könnte zur Minderung der Verkaufspreise führen mit der Folge, dass auswärtige Kunden aus der Umgebung angezogen würden. Die hier wirksam werdende Kaufkraft könnte dadurch steigen. Arbeitsplätze kämen hinzu. Der Stadtkämmerer könnte sich über weitere Steuer- und Gebühreneinnahmen freuen, auch wenn er nach Entwidmung Teile der Straßen- und Gehwegflächen des Kipdorfs verkaufte.

Auf der anderen Seite könnten kleine Einzelhandelsläden in der Fußgängerzone schließen müssen, weil die Masse der Kaufinteressenten noch mehr als bisher zu den City-Arkaden strömen würden. Entweder sie mieten ein neues Ladenlokal in den erweiterten City-Arkaden an, weil sie sich davon mehr Zulauf versprechen. Oder ihnen geht die Luft aus, weil sie mit den günstigen Preisen nicht mehr mithalten können, die Filialketten sich leisten können. Leer stehende Ladenlokale könnten zur weiteren Verödung der Innenstadt führen, ähnlich wie es in Barmen auf der Schuchardstraße und teilweise auch auf dem Werth schon zu beobachten ist. Ein Abziehen kleiner Ladeninhaber aus dem Fußgängerbereich in die alte Reichsbahndirektion ist ohnehin zu befürchten, wenn Clees diese nach seiner Vorstellung zu Ladenlokalen umbaut. Daran kann ihn ja niemand hindern, wenn er das Parkflächenproblem für die Kunden löst. Städtebaulich gesehen wäre es im Übrigen kaum hinzunehmen, wenn das Kipdorf als wesentliche Durchgangsstraße zum Neuenteich stadtauswärts zweigeteilt würde.

Ob es dazu kommen wird, ist derzeit allerdings nicht abzusehen. Denn wie der Presse zu entnehmen war, ist die Post offenbar nicht bereit, ihr Gebäude an die ECE zu veräußern. Und ohne das Postgebäude käme allenfalls eine „kleine" Erweiterung in Betracht, die sich aus Sicht der Investoren kaum lohnen dürfte. Das wäre vielleicht dann die Rettung der alt eingesessenen, seit 150 Jahren bestehenden Schneiderei Burscheid auf dem Kipdorf neben dem nördlichen Nebeneingang zu den jetzigen City-Arkaden.                       

R. H
Mehr Informationen:

Initiative gegen die Erweiterung der City-Arkaden:

http://diewuppertaler.wordpress.com/