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Der 90. Geburtstag von Hans Meyer
(nicht von Miss Sophie)

Viele unserer Mitglieder leben seit Jahrzehnten in der Südstadt, sind aber keineswegs unbeweglich. Ein Südstädter, der beruflich weit übers Tal hinaus aktiv war, ist Hans Wolfgang Meyer, der am 10.06.2015 neunzig Jahre alt wurde. In seiner Wohnung in der Cäcilienstraße erzählte der frühere Unternehmer zusammen mit Gattin Rosemarie mit einigem Augenzwinkern aus seinem Leben. Bezeichnendes Detail: Viel in Bewegung ist der Senior bis heute und geht alle zwei Tage schwimmen.


Immer Südstädter: Hans und Rosemarie Meyer (Foto: Martin Hagemeyer)
Die großen Stationen im Leben waren freilich um einiges gewichtiger. Meyer ist "oller Barmer", wie er selbst sagt. Noch vor Kriegsende datierte seine Ausbildung zum Ingenieur, und darauf führt er zurück, dass er bald, im Jahr 1948 eine Anstellung fand. Im Laufe der Zeit wurde die Maschinenfabrik "Gebrüder Meyer" in der Wittensteinstraße zum größeren Unternehmen, das zuweilen bis zu 60 Mitarbeiter beschäftigte.

Zur regelmäßig bewältigten Distanz wurde so erst einmal Unterbarmen Südstadt. Denn seine Frau stammte nicht nur aus Elberfeld; schon 1955 bezog das Paar im Stadtteil auch die erste gemeinsame Wohnung. Nach einer weiteren Zeit in der Weststraße bauten die Meyers am Cranachweg ein Eigenheim, wo sie bis zum Umzug zur Cäcilienstraße lebten. Hier konnten die beiden nach all der Bewegung im Viertel jetzt auch ihre diamantene Hochzeit feiern,

Doch beruflich bedingt wurden die Strecken noch um einiges weiter: "Aufbau Ost" hieß der Ruf, der nach der Wiedervereinigung auch an den erfolgreichen Geschäftsmann erging. So vergrößerte der Radius von Meyers Wirkungskreis sich in den Neunzigern enorm, und er pendelte regelmäßig zwischen Südstadt und Berlin. Kaum erstaunlich, dass für lokale Politik da wenig Zeit blieb, obwohl Meyer seit langem der FDP verbunden war und bis heute ist.

Am Puls der Zeit bleibt der gewitzte Ruheständler indes auch politisch. Unermüdlich engagiert Meyer sich einerseits für Ältere, die nicht mehr so rüstig sind, geht zum Besuchsdienst ins Altenheim und stand auch als treibende Kraft hinter dem Internetcafé am Reformierten Gemeindestift mit moderner Kommunikation für Senioren. Mit eigenem Kopf verfolgt Hans Meyer bis heute aber auch aktuelle Debatten in der Bundespolitik ohne Scheu vor Ansichten auch abseits der Parteilinie, wie der umtriebige Südstädter schmunzelt: "Mit meinen Vorstellungen zum Rentenalter könnte ich manchen Jungliberalen gar nicht erst kommen."

Martin Hagemeyer