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STADTENTWICKLUNG WUPPERTAL

Hauptbahnhof: Kommt endlich der Aufzug in die
Südstadt?

Westdeutsche Zeitung 5. Februar 2021 um 11:51 Uhr | Lesedauer: 4 Minuten

Döppersberg/Südstadt Wer vom Wuppertaler Hauptbahnhof zu Fuß in die Elberfelder Südstadt will, muss einen Umweg in Kauf nehmen oder lästige Treppen steigen. Jetzt bahnt sich eine Lösung an.   Von Manuel Praest
Vitenius fuer Suedstadtaufzug
Foto: Fries, Stefan (fri)

Die Situation ist seit Jahren ein Ärgernis: Wer vom Hauptbahnhof zu Fuß in die Elberfelder Südstadt möchte, muss entweder einen Umweg einplanen oder Treppen steigen. Barrierefrei geht anders. Mütter oder Väter mit Kinderwagen etwa sind ebenso auf Hilfe angewiesen wie Senioren mit Rollator. Der Bürgerverein Südstadt und die Bezirksvertretung (BV) Elberfeld kämpfen seit Jahren um eine Lösung – und scheinen dieser jetzt deutlich näher gekommen zu sein: Die Verwaltung hat einen Grundsatzbeschluss vorgelegt, über den ab kommender Woche die Politik diskutieren wird. Konkret geht es um den Neubau eines Treppenturms mit integriertem Aufzug hoch zur Straße Distelbeck. Bauen soll den die Deutsche Bahn, die Stadt Wuppertal steuert einen Eigenanteil bei. Wobei genaue Kosten und ein Zeitplan noch nicht feststehen.

Am kommenden Mittwoch beschäftigt sich die BV als erstes Gremium mit dem Thema, entscheiden wird der Rat am 1. März.

Große Freude herrscht bei Ralph Hagemeyer, Vorsitzender des Bürgervereins, der bereits 2012 in einem Bürgerantrag eben jene barrierefreie Verbindung gefordert hatte. "Ich finde es ganz toll, das ist ein erster guter Schritt." Zumal, so sehe es ja aus, "alles mit der Bahn abgesprochen ist". Die frohe Kunde hatte ihm am Mittwoch Ex-Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius (SPD) übermittelt. "Ich hatte mir die Unterlagen direkt ausgedruckt, um sie in Ruhe lesen zu können", sagt Vitenius über die freudige Überraschung. Er selbst hatte für die BV ebenso wie Hagemeyer über Jahre die Wichtigkeit eines Aufzuges betont, unter anderem bei mehreren Terminen mit der WZ.

Stadt übernimmt 20 Prozent der Kosten – maximal 500 000 Euro

Doch wirklich Bewegung kam lange nicht in das Projekt, trotz einstimmigen Votums der BV und diverser Forderungen an die Verwaltung, erinnert sich Thomas Kring (SPD), Nachfolger Vitenius’ an der Spitze der BV und vorher dort Fraktionssprecher. Am Mittwoch hatten sich Sedat Ugurman, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, und Markus Stockschläder, SPD-Stadtverordneter für die Elberfelder Südstadt, per Pressemitteilung hoffnungsvoll geäußert, dass der Aufzug kommt und die Anbindung der drei an den Hauptbahnhof angrenzenden Quartiere und deren gut 26 000 Bewohnern zügig konkretisiert werden könnte. In der Vergangenheit, blickt Kring nun zurück, sei es jedoch mitunter schwierig gewesen, selbst die eigenen Kollegen in der Ratsfraktion, zu der er selbst gehört hatte, vom Aufzug zu überzeugen. "Der Erfolg hat immer viele Väter", sagte er deshalb leicht schmunzelnd mit Blick auf die Pressemitteilung.

Doch nicht nur der Stadtrat hatte sich lange zurückhaltend gezeigt, sondern auch die Verwaltung, die immer wieder auf den Kostenaufwand verwiesen und es lange abgelehnt hatte, zumindest Planungsmittel zur Verfügung zu stellen.

2019 schließlich hatte aber auch Bahnvorstand Ronald Pofalla bei einem Besuch in Wuppertal selbst die Situation in Augenschein genommen – und eine Prüfung angekündigt. Was offenbar den Befürwortern eines Aufzugs in die Karten spielte: Die aktuelle, als Südsteg bezeichnete Brückenverbindung, ist so marode, dass ohnehin über kurz oder lang Handlungsbedarf herrscht. Die Brücke soll, so der Plan, abgerissen werden. Westlich davon würde der neue Treppenturm samt Aufzug entstehen. Eine von mehreren Varianten, die laut Stadt zur Diskussion standen. Diese ist aber nach einer ersten groben Kostenabschätzung die preiswerteste Aufzuglösung. Von 1,58 Millionen Euro ist die Rede. Auch Unterhaltungskosten – bei Aufzügen ein heikles Thema – fallen an.

Sollte die Politik jetzt den Grundsatzbeschluss fassen, werde, so heißt es in der Vorlage, die Planung konkretisiert. Jetzt müsste die Politik schon über den Eigenanteil der Stadt entscheiden. Vorgesehen ist die Übernahme von 20 Prozent der Baukosten der Bahn – wobei der Anteil auf maximal 500 000 Euro begrenzt ist.

"Ein Deckelung ist strategisch sinnvoll", sagt Kring mit Blick auf die Projekthoheit bei der Bahn. Dass die Verhandlungen mit dem Konzern nicht immer einfach seien, darauf weist auch Gerta Siller (Grüne), die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, hin. Deshalb sei für sie auch kein Problem, dass in der Vorlage der Stadt ein Zeitplan noch fehlt. "Besser kein Zeitplan, als einer, der dauernd korrigiert werden muss." Wichtig sei aber, dass mit dem Grundsatzbeschluss Weichen gestellt werden.

Die Bahn wollte am Donnerstag auf WZ-Anfrage das Vorhaben nicht kommentieren. Man werde sich zu einem späteren Zeitpunkt äußern, so ein Sprecher.

Manuel Praest
  Verfasser: Manuel Praest Westdeutsche Zeitung

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Mit Genehmigung der Redaktion wurde der obige Aufsatz von der Webseite der Westdeutschen Zeitung kopiert. Link:

https://www.wz.de/nrw/wuppertal/wuppertaler-hauptbahnhof-kommt-endlich-der-aufzug-in-die-suedstadt_aid-56080153

Antrag des Bürgervereins bringt das Anliegen in die Politik:


Antwort des Oberbürgermeisters auf den Bürgerantrag

Bericht in der WZ-Wuppertal über den Bürgerantrag

...Wenn man im Aufzug stecken bleibt (Vereinszeitschrift 1/2015)

Text zum Thema in der Vereinszeitschrift 1/2014

...und wir bohren weiter (Vereinszeitschrift 1/2013)

Text zum Thema in der Vereinszeitschrift 2/2012

Bittere Glosse über den fehlenden Aufzug (Vereinszeitschrift 1/2012)

WZ zu den Kosten des Aufzugs

Der Aufzug im TOP-Projekt der WZ
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